Brandenburg-Preußen-Ausstellung

Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg-Preußen

Die ständige Ausstellung in der denkmalgeschützten Südhalle des Kutschpferdestalls bietet eine erlebnisreiche Reise durch 900 Jahre Landesgeschichte, ausgehend von den natürlichen Ressourcen Brandenburgs: Wasser, Wald und Sand.

Dabei wird ein weit gespanntes Panorama gezeigt und nicht nur kunst- und kulturhistorischen Fragen nachgegangen, sondern auch der Sozial- und Alltagsgeschichte. Die kulturellen Leistungen der Zisterzienser und der Einwanderer sind ebenso Thema wie die Bedeutung der märkischen Glashütten oder der Jagd im 18. Jahrhundert und die Lebensverhältnisse der Fischer.

Wichtige Schnittstellen der brandenburgischen mit der preußischen Geschichte werden erkennbar: von der Verleihung der Mark an die Hohenzollern um 1415 bis hin zum Auszug des letzten preußischen Königs und deutschen Kaisers. Potsdams Rolle als Residenz der preußischen Militärmonarchie beleuchtet ein interaktives Stadtmodell.

Weitere Themen sind die künstlerische und literarische Entdeckung der Mark im 19. Jahrhundert, Brandenburg als Umland der Metropole Berlin sowie die Anfänge des Tourismus und der Motorisierung.

Im Bereich der Zeitgeschichte erfährt der Besucher, wie sich Brandenburg zur nationalsozialistischen Lagerlandschaft verwandelte. Kriegsende und Flüchtlingselend 1945 macht das Beispiel Guben deutlich, wo die Spuren des zweiten Weltkriegs bis heute sichtbar sind. Facetten des DDR-Alltags und die Wiederbegründung des Landes Brandenburgs beschließen den Rundgang.

Rund 400 originale Objekte aus Brandenburg und Berlin sowie Fotos, Filme und Multimediastationen erzählen in neun Kapiteln von der bewegten und bewegenden Vergangenheit Brandenburg-Preußens und seinen Menschen. Hochrangige, kunstgeschichtlich bedeutsame Stücke stehen neben mehr oder weniger ′trivialen′ Gegenständen der Alltagskultur. Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte besitzt keine eigene Sammlung. Dank der großzügigen Bereitschaft, die Ausstellung mit Realien, aber auch mit Rat und Hilfe zu unterstützen, stammen sämtliche Exponate aus Berliner, Brandenburger und anderen deutschen Museen und Sammlungen; auch etliche Privatpersonen stellen ihre Schätze für längere Zeit zur Verfügung.

Das Kapitel zur DDR zeigt aus alltagsgeschichtlicher Perspektive, auf welche Weise und mit welchen Methoden die SED-Diktatur die Lebenswelt der DDR-Bürger beeinflusste und wie diese darauf reagierten. Sechs Themenbereiche stellen Lebenswelten und Erfahrungen junger Menschen in der DDR exemplarisch vor und erzählen Alltagsgeschichte mit regionalem Bezug:
Das Beispiel der Bildung von Neubauernwirtschaften auf dem Rittergut Kränzlin bei Neuruppin und das Schicksal einer enteigneten Familie zeigen, wie die Bodenreform als Instrument des Gesellschaftswandels 1945 das Agrarland Brandenburg in seiner ökonomischen und sozialen Struktur von Grund auf veränderte. An der Ausgrenzung und Verfolgung der Jungen Gemeinde 1953 in Guben wird deutlich, wie rigoros die SED in den 1950er-Jahren ihren "Klassenkampf" auf ideologischem Gebiet führte und wie sie versuchte, über die FDJ auf Jugendliche Einfluss zu nehmen.

Die 1961 errichtete Berliner Mauer wird erfahrbar in einer multimedialen, interaktiven Dokumentation zu den Maueropfern und in der persönlichen Geschichte eines jungen Mannes, der bei seinem Fluchtversuch erschossen wurde. Am Beispiel der in der DDR beliebten Frauen- und Modezeitschrift "Sibylle" wird illustriert, welchen Anspruch und welches Selbstverständnis junge, berufstätige Frauen in den 1970er-Jahren hatten - zwischen dem offiziellen Leitbild von der gleichberechtigten "Frau im Sozialismus" und der Realität im Alltag. Für die Jugendkultur zwischen Protest und Opposition in den 1980er-Jahren steht der Dorf-Jugendklub "Extrem" von Lugau bei Finsterwalde, in dem Punkmusik angesagt war. Die 1988 in Potsdam gegründete Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung "ARGUS" ist beispielhaft für die Bürgerrechtsbewegungen in der DDR, die im Herbst 1989 die friedliche Revolution mitgestalteten. Am Ende der Ausstellung steht die virtuelle Begegnung mit allen noch lebenden Protagonisten. Man erfährt, wie sich ihr Leben nach der Herstellung der deutschen Einheit 1990 im wieder begründeten Land Brandenburg verändert hat.

Der Ausstellungsbereich zur DDR beruht nicht nur auf dem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstand, sondern entstand auch mithilfe von Zeitzeugen, die persönliche Erinnerungen beitrugen und viele der originalen Objekte, Fotos, Dokumente, Briefe und Tagebücher als persönliche Leihgaben zur Verfügung stellten. Hörstationen und Filmsequenzen ergänzen die Ausstellung.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag 10–17 Uhr
Freitag bis Sonntag
und an Feiertagen 10–18 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt

4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro
freitags 2 Euro

bis 18 Jahre | ALG II-Empfänger: frei
Sonderkonditionen für Rentner, Gruppen, Schulklassen, Familien

Jahreskarte: 10 Euro (berechtigt auch zum ermäßigten Eintritt in die Sonderausstellungen) 

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Blick in die Ausstellung