Fontane.200 / Brandenburg – Bilder und Geschichten

7. Juni bis 30. Dezember 2019

Eine Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte im Rahmen des Jubiläumsprogramms „fontane.200“ des Landes Brandenburg

Wer sich heute nach Brandenburg begibt, um seine Schlösser, Parks, Kirchen, Seen, Wälder, Dörfer und Gasthäuser zu besuchen, kommt an Fontane nicht vorbei. Zu prägend ist der Stempel, den Fontanes Spurensuche dem Land aufgedrückt hat, zu tief sind die Spuren, die er hier selbst hinterlassen hat.

Als Fontane in Brandenburg reiste, war sein Interesse an der vermeintlich reizlosen Heimat noch erklärungsbedürftig, und so stellte er dem ersten Band seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ eine Gebrauchsanweisung für Brandenburg voran: „Ob du reisen sollst, so fragst du, reisen in der Mark? Die Antwort auf diese Frage ist nicht eben leicht.“ Sein zögerliches „Ja“ ist ein „»ja« unter Vorbedingungen“: Der Besucher müsse „Liebe zu Land und Leuten“, einen Landschaftssinn für das Nicht-Spektakuläre sowie Geschichtskenntnis mitbringen, dürfe aber nicht auf Komfort und Schnäppchen hoffen. Doch am Ende belohne ihn das Erlebnis einer lebendigen Geschichtslandschaft: „Statt der Nachschlagebuchs- und Allerweltsgeschichten werden Sagen und Legenden und hier und da selbst die Bruchstücke verklungener Lieder zu dir sprechen. Das Beste aber, dem du begegnen wirst, das werden die Menschen sein.“ Aus den Begegnungen mit Menschen, aus Landschaftseindrücken, Besichtigungen von Kulturdenkmälern und Kunstsammlungen, aus Memoiren, Anekdoten, Sagen,  Kirchenbüchern und Adelschroniken setzt Fontane das Bild von Brandenburg zusammen, das bis heute nachwirkt.

So wie der Erzähler Fontane den Leser auf seine Erkundungsfahrten nach Brandenburg mitnimmt, folgt die Ausstellung dem Entdeckungsreisenden Fontane: Wie bereitete er sich auf seine Fahrten vor? Wie reiste er? (nämlich selten zu Fuß) Wer waren seine Informanten und Begleiter? Die Schau läßt den Besucher Fontane dabei zusehen, wie er aus unterschiedlichsten Informationen seine Bilder und Geschichten über Brandenburg macht. Was hat er gesehen? Mit wem hat er gesprochen? Was hat er gelesen? Die Schau gibt einen Einblick in Fontanes Schreibwerkstatt und zeigt ihn dabei, wie er das vorgefundene Material sammelt, es in seinen Texten effektvoll arrangiert und über fast vier Jahrzehnte immer wieder bearbeitet. Die Ausstellung wird dem Publikum Fontane nahebringen: als Reisenden, Geschichtensammler und Arrangeur, als Erzähler und als Texthandwerker bei der Arbeit an seiner „Liebeserweckung für das Ganze“ der Mark.

Kuratorin der Ausstellung ist die Literaturwissenschaftlerin und freie Kuratorin Dr. Christiane Barz.

Förderer

Die Ausstellung wird gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Die Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2019
„Fontane.200/Spuren“.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag 10–17 Uhr
Freitag bis Sonntag
und an Feiertagen 10–18 Uhr
Montag geschlossen

Kasse und Informationen

Tel.: +49 331 620 85-50
kasse[at]gesellschaft-kultur-geschichte.de