Judenedikt 1812 | head
Rattenaw (d. i. Rathenow a. d. Havel), Kupferstich aus der Topographia electoratus Brandenburgici b. Matthäus Merian in Frankfurt a.M., 1652
Das Jahr 1812 – Ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung der Juden in Preußen
Vom Schutzjuden Levin zum Staatsbürger Lesser

Eine Wanderausstellung in Kooperation zwischen dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam und dem Kulturzentrum Rathenow GmbH

12.03.2012 - 03.06.2012


Eröffnung der Ausstellung
Sonntag, 11. März 2012, 14 Uhr


2012 jährt sich nicht nur zum 300. Mal der Geburtstag Friedrichs II., sondern auch zum 200. Mal der Erlass des Edikt(es) betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate – kurz Emanzipationsedikt. Für die Juden in Preußen war das, gemessen an ihrer Situation zur Regierungszeit Friedrichs II., ein Meilenstein auf ihrem Weg zur Gleichberechtigung, denn nun wurden sie preußische Staatsbürger und standen nicht mehr außerhalb der Gesellschaft.
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Beim Erlass des Ediktes 1812 betrug der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung in Preußen 0,73 %. Von ihnen erfüllten 89,4 % die Voraussetzungen, die das Gesetz stellte, um preußischer Staatbürger zu werden, womit immer noch nicht alle Juden die neuen Rechte erhielten.

Die Ausstellung geht der Frage nach, welche Tragweite das Edikt für die Veränderungen der Situation der Juden hatte, welche Möglichkeiten der Entwicklung sich dadurch auftaten bzw. welche Grenzen es aber nach wie vor gab und wie diese sich zeigten.
Zur Darstellung der nach 1812 einsetzenden Prozesse und Veränderungen eignet sich in besonderer Weise der Zugang über einzelne Personen bzw. Familien, da hier – ausgehend vom Konkreten – das Besondere bzw. Allgemeine in der Entwicklung aufgezeigt werden kann.



Ein besonderer Glücksumstand ist, dass für die Familie Lesser, deren Spuren sich in Rathenow bis in das Jahr 1691 nachweisen lassen, eine solche Familiengeschichte existiert. Anhand dreier Protagonisten dieser Familie – Ludwig Lesser (1802–1867), Richard Lesser (1839–1914) und Ludwig Lesser (1869–1957) wird eine Zeitspanne von etwa 150 Jahren betrachtet. An ihren Lebenswegen können die Prozesse der Akkulturation, die Veränderungen in Glaubensfragen, aber auch die Beiträge, die sie für die Entwicklung des Landes leisteten, deutlich gemacht werden.

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Zur Ausstellung erscheint im Februar 2012 ein Begleitband.

Zum Auftakt der Ausstellung findet vom 11. bis 13. März 2012 im HBPG eine Tagung zum Thema statt.
Programm zum Download / Antwortkarte


Ausstellungsführung
mit den die Kuratorinnen Dr. Bettina L. Götze und Dr. Irene A. Diekmann
am Samstag, 17. März 2012, 15 Uhr


Eintritt
Kombiticket (mit „Synagogen in Brandenburg“): 5 Euro/erm. 3,50 Euro
freitags 3,50 Euro
bis 18 Jahre freier Eintritt
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen

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Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam

Die Ausstellung wird weiterhin gefördert durch die Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg sowie die Moses Mendelssohn Stiftung.

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