Brandenburgisches Landeshauptarchiv und Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte kündigen mit neuem "Schaufenster" gemeinsames Ausstellungsprojekt im Rahmen des Kulturlandthemas "Demokratie und Demokratiebewegungen" für 2009 an


Das "Schaufenster" des Brandenburgischen Landeshauptarchiv (BLHA), das in der ständigen Ausstellung "Land und Leute" des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) seit 2006 regelmäßig gestaltet wird, erinnert gegenwärtig mit originalen Dokumenten an die nationalsozialistische Judenverfolgung während des Pogroms am 9./10. November 1938 in der Stadt Nauen des ehemaligen Landkreises Osthavelland.

Mit diesem "Schaufenster" im Potsdamer Kutschstall kündigen beide Einrichtungen zugleich das Wanderausstellungprojekt Aktenkundig: "Jude!"- Nationalsozialistische Judenverfolgung in Brandenburg an, das gegenwärtig vorbereitet wird und unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, steht.

Die Schau wird vom 20. Februar bis 13. April 2009 im HBPG zu sehen sein und danach in den Museen in Neuruppin, Rathenow und Finsterwalde gezeigt werden.
Im umfangreichen Mittelblock der Ausstellung, aus dem das "Schaufenster" zurzeit ausgewählte Dokumente präsentiert, werden Aspekte der nationalsozialistischen Judenverfolgung mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten und in zeitlicher Abfolge von der nationalsozialistischen "Machtergreifung" bis zur Deportation der letzten jüdischen Bewohner Brandenburgs 1942/43 dargestellt. Beleuchtet wird einerseits das "Verwaltungshandeln" der beteiligten Behörden, die mit der Durchsetzung der judenfeindlichen Gesetze, Verordnungen und Verfügungen des NS-Regimes beauftragt waren. Hierbei nahm der Oberfinanzpräsident von Berlin-Brandenburg, der das jüdische Vermögen zu beaufsichtigen und einzuziehen hatte, eine besondere Stellung ein. Andererseits werden Einzelschicksale jüdischer NS-Opfer vorgestellt.
Die Ausstellung, die sich insbesondere an Lehrer, Schüler, Studenten, historisch interessierte Bürger sowie Regional- und Lokalforscher wendet, setzt Akzente, indem sie regionale und lokale Vorgänge in Brandenburg in den Mittelpunkt rückt. Und sie macht deutlich, wie wichtig auch heute noch die nachhaltige Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur und ihren Folgen ist.

Pressekontakte:

Kärstin Weirauch, Brandenburgisches Landeshauptarchiv
Tel: 0331/5674-126, E-Mail: kaerstin.weirauch@blha.brandenburg.de

Dr. Antje Frank, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Tel: 0331/62085-49, E-Mail: frank@hbpg.de

 
 
 
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