Eröffnung der Sonderausstellung "RONALD PARIS. Lob des Realismus. Retrospektive 2008"
im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam
Brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka eröffnet heute um 18 Uhr die Lebenswerkausstellung des Malers Ronald Paris
Heute eröffnet die Brandenburgische Kulturministerin, Prof. Johanna Wanka, im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam die Sonderausstellung "RONALD PARIS. Lob des Realismus. Retrospektive 2008". Die repräsentative Schau anlässlich des 75. Geburtstages des Malers und Grafikers Ronald Paris ist vom 5. September bis 26. Oktober im Kutschstall Am Neuen Markt in Potsdam zu sehen.
Die Retrospektive ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Sondershausen und der Sparkassen-Kunststiftung für den Kyffhäuserkreis und war zuvor in Sondershausen (Marstall des Schlosses) und Schwerin (Schleswig-Holstein-Haus) zu Gast.
Die Ausstellung versammelt 70 Gemälde aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Gezeigt werden jene Bilder, die im Lebenswerk von Ronald Paris einen exponierten Platz beanspruchen dürfen, sei es durch handwerkliche und formale Qualität oder als Zeugnisse einer individuellen Entwicklungsphase bzw. des gesellschaftlichen Umfelds, in dem er tätig war. Bis 1990 war dies die DDR, in der Ronald Paris Popularität und hohes Ansehen genoss – bei vielen Zeitgenossen auch wegen seiner umstrittenen Bilder wie das Wartenberg-Triptychon (1961) oder die Portraits von Wolfgang Heise (1967) und Ernst Busch (1972).
Ronald Paris wurde am 12. August 1933 im thüringischen Sondershausen geboren. In Weimar, Jena und Gotha ging er zur Schule und tat die ersten Schritte auf seinem Weg zum Künstler. Dieser führte ihn 1953 zunächst an die Kunsthochschule in Berlin-Weißensee zum Studium der Wandmalerei. Deren traditionelle Affinität zu den großen Themen der Mythologie, Literatur und Geschichte kam dem in der geistigen Welt der Weimarer Klassik aufgewachsenen Ronald Paris besonders entgegen. Sie wurde zum Fundament seines gesamten Schaffens.
Künstlerisch gleichwertig steht neben den Wandbildern der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre im ehemaligen Hauptamt für Statistik in Berlin (1969/70), in einem Wohngebiet in Rostock-Evershagen (1975), im Leipziger Gewandhaus (1978) oder im Schwedter Theater (1978–82) die Vielfalt der Staffeleimalerei und der Graphik. Vorzugsweise auf diesen Feldern der bildenden Kunst entfaltete sich der „expressive Realist“ Paris. Für ihn ist die sichtbare Welt die wichtigste Inspirationsquelle geblieben, der Dreh- und Angelpunkt seines Wirkens als Porträtist und vor allem als Landschaftsmaler.
Ronald Paris lebte und arbeitete als freischaffender Maler zunächst in Berlin und dann, seit 1975, in Rostock. 1985 siedelte er nach Rangsdorf bei Berlin über, wo er noch immer ansässig ist. Von 1993 bis 1999 wirkte der Künstler als Lehrer für Malerei an der Hochschule für Kunst und Design (Burg Giebichenstein) in Halle.
In seinem brandenburgischen Refugium malte Ronald Paris in den letzten Jahren vor allem formal ausgereifte, wirklichkeitsgesättigte Ölgemälde und Gouachen mit deutschen, europäischen und auch indischen Landschaften.
Kuratoren des Projektes sind der Kunsthistoriker Prof. Dr. Peter Betthausen und Ulrike Hager.
Zur Ausstellung ist ein Katalog (Faber & Faber Verlag GmbH, Leipzig, 207 Seiten, 70 Farbabbildungen, ISBN 978-3-86730-063-6) mit einem Vorwort von Wolfgang Thierse sowie Aufsätzen von Peter H. Feist, Peter Arlt, Erhard Frommhold, Gerd-Helge Vogel, Klaus Tiedemann, Jens Semrau, Fritz Jacobi, Norbert Krenzlin, Günter Meier, Horst-Jörg Ludwig, Cornelia Bickelhaupt und Christoph Bouet erschienen.
Preis im Buchhandel: 35 Euro
Preis in der Ausstellung: 29,90 Euro
Begleitveranstaltungen
Ausstellungsführungen mit Ronald Paris am 13.09. und 11.10., jeweils um 15 Uhr sowie Ronald Paris im Gespräch mit Prof. Dr. Jürgen Marten am 10.09. um 19 Uhr.
Für Schulklassen aller Altersstufen bietet das HBPG gemeinsam mit der Kunstschule Potsdam ein museumspädagogisches Programm „Farbe ist Leben, denn eine Welt ohne Farbe wäre grau und öde“ an.
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