Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte: Jahresbilanz 2007 und Ausblick 2008 Zentrale Ausstellung „Mark und Metropole“ zum Kulturlandjahr im Kutschstall Potsdam


Im Jahr 2007 verzeichnete das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) insgesamt 49 000 Besucher. Das sind fast so viele wie im Jahr 2006, als das HBPG im Zusammenhang mit der großen Schinkel-Ausstellung insgesamt 52 000 Besucher zählte. Damit konnte sich das HBPG als Forum für Geschichte und Anlaufpunkt für kulturinteressierte Besucher in Potsdam regional und überregional weiter etablieren.

Die größte Resonanz unter den Sonderausstellungen 2007 fand die Retrospektive „Hedwig Bollhagen. Ein Leben für die Keramik“, die anlässlich ihres 100. Geburtstages ausgerichtet wurde und unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel stand. Die Schau zog 11 400 Besucher in den Kutschstall.
Großer Nachfrage erfreute sich auch das Begleitbuch zur Bollhagen-Ausstellung, das das HBPG im Rahmen der Monumente Publikationen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz herausgegeben hatte. Nachdem die erste Auflage bereits im Dezember 2007 vergriffen war, wird zurzeit die zweite Auflage gedruckt.

Mit „Land-Frauen-Welten. Lebensskizzen aus dem Havelland und entlang der Oder“
entschied sich das HBPG in Kooperation mit der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg erstmals für eine neue, multimediale Art von Ausstellung. Obwohl dieses künstlerische Projekt wegen der technisch sehr aufwändigen Präsentation in Fotos, Filmen und Installationen leider nur kurze Zeit gezeigt werden konnte, fand die Ausstellung trotzdem ein sehr interessiertes Publikum.

In der museumspädagogischen Arbeit konzentrierte sich das HBPG auf das Förderprojekt „Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben“, an dem im Jahr 2007 über 4000 Schüler aus ganz Brandenburg teilnahmen. Das Tagesprogramm – gemeinsam mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg entwickelt – bietet den Schülern in der ständigen Ausstellung des HBPG, auf einer Stadtrallye durch die historische Mitte von Potsdam und im Neuen Palais von Sanssouci lebendige Geschichtsvermittlung an historischen Orten. Dieses Förderprojekt für außerschulisches Lernen in der Landeshauptstadt wurde von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg sowie den Ministerien für Kultur und für Bildung des Landes Brandenburg und der Landeshauptstadt Potsdam gefördert.

Neue Wege in der Museumspädagogik ging das HBPG im Rahmen der Bollhagen-Ausstellung bei einem gemeinsamen Projekt mit der Kunstschule Potsdam. Dabei konnten Kinder unter Anleitung didaktisch erfahrener Künstler zunächst eigene Keramik-Kreationen fertigen, um sich anschließend die Ausstellung mit „professionellen“ Augen zu erschließen.
Ebenfalls neu sind die Angebote „Kindergeburtstag im Kutschstall“ und „Geschichten aus der Schürzentasche“ für Vorschulkinder.
Das Veranstaltungsprogramm vertiefte Aspekte und Themen von Ausstellungen im HBPG. Besondere Anziehungspunkte waren die Führungen und Begleitveranstaltungen zur Bollhagen-Retrospektive, die Vorträge in der Reihe „Streifzüge durch die brandenburgisch-preußische Geschichte“ und die Angebote im Rahmen der Sonderausstellung zum Jubiläum 850 Jahre Brandenburg.
Mittlerweile traditionell geworden sind die Potsdamer Geschichtsbörse für Heimat- und Geschichtsvereine aus Brandenburg, Berlin und Polen im Februar, der internationale Museumstag im Mai, der Tag der brandenburgischen Orts- und Landesgeschichte im Oktober sowie der „Sternenmarkt – weihnachtliche Begegnung mit Polen“ im Dezember.

Im Dezember startete das HBPG einen neu gestalteten Internetauftritt, der dem Besucher eine bessere Orientierung und ausführlichere Informationen über die Angebote des Hauses ermöglicht.

Wichtigstes Projekt des HBPG in diesem Jahr ist die zentrale Sonderausstellung „Mark und Metropole. Berlin-Brandenburg 1871 bis heute“ zum Themenjahr von Kulturland Brandenburg „Provinz und Metropole – Metropole und Provinz“. Sie entsteht in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin und wird vom 25. April bis 17. August 2008 im Kutschstall gezeigt.
Weitere Ausstellungen 2008 sind „Oberschlesien im Objektiv“ mit historischen und aktuellen Fotografien, präsentiert vom HBPG und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa
(8. Februar bis 6. April), „Preußische Kadetten“, Gastausstellung des Fördervereins Militärmuseum Brandenburg-Preußen e.V. (1. bis 31. August), „Ronald Paris. Lob des Realismus“, Wanderausstellung der Stadt Sondershausen und der Sparkassen-Kunststiftung für den Kyffhäuserkreis (5. September bis 26. Oktober) und eine Ausstellung über den Pianisten und Komponisten Wilhelm Kempff, Akademie der Künste Berlin in Kooperation mit dem HBPG (22. November 2008 bis 1. Februar 2009).
Im Rahmen seiner Kooperation mit dem polnischen Kulturzentrum „Zamek“ in Posen zeigt das HBPG dort in Zusammenarbeit mit der Studiengemeinschaft Sanssouci e.V. die Ausstellung „Das alte Potsdam. Photographien von Max Baur“ (30. Januar bis 7. Februar). Außerdem wird die vom HBPG gemeinsam mit dem Kulturforum östliches Europa entwickelte Wanderausstellung „Die Neumark. Begegnung mit einer historischen Landschaft“ vom 6. März bis 25. Mai in Zielona Gora (Grünberg) Station machen.


 
 
 
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