Präsentation neuer Ausstellungsobjekte in der ständigen Ausstellung „Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg-Preußen“ Abteilung Mittelalter/Frühe Neuzeit


Seit kurzem sind in der Abteilung Mittelalter/Frühe Neuzeit der ständigen Ausstellung „Land und Leute. Geschichten aus Brandenburg-Preußen“ einige neue Ausstellungsobjekte zu sehen.

Wir möchten Ihnen diese zunächst im Einzelnen vorstellen, anschließend haben Sie Gelegenheit für Interviews und Fotos.
Wir freuen uns, Ihnen folgende Stücke präsentieren zu können:

Heiligenbüste, um 1450, Grießen, Kirchenkreis Cottbus (nördlich vom ehemaligen Horno);
Altarflügel, um 1450, Dölzig, Kreis Königsberg/N.M. (heute: Dolzko/Polen);
Urkunden als Zeugnisse der brandenburgischen Städtegeschichte, von 1258, 1285, 1363;
Kürißsattel und Brechscheibe zu einem Küriß des Kurfürsten Joachim II. Hektor von Brandenburg (1505–1571);
Brandenburgische Kirchenordnung von 1572


Sachkundige Erläuterungen zu den einzelnen Objekten geben Ihnen:

Dagmar Wellenbrink-Dudat, Pfarrerin im Ruhestand, Gemeinde Horno;
Peter Knüvener, Kunstwissenschaftler;
Katrin Andrea Ziems, Dipl.-Restauratorin;
Dr. Kurt Winkler, Direktor des HBPG;
Thomas Wernicke, Leiter Ausstellungen/wissenschaftliche Vorhaben des HBPG


Ort: Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall Am Neuen Markt in Potsdam
ständige Ausstellung im Erdgeschoss
Termin: Donnerstag, 12. November 2009, um 13 Uhr


Kurzinformationen zu den neuen Ausstellungsobjekten

Heiligenbüste
Die Büste des männlichen Heiligen ist der Rest einer Predella mit ursprünglich vier Heiligenbüsten aus einem gotischen Kanzelaltar der Kirche von Grießen, der in den 1980-er Jahren für eine Restaurierung ausgelagert wurde und offenbar in den Kunsthandel geriet. Sie ist das bisher einzig wieder aufgetauchte Altarstück. Das HBPG hat die Restaurierung finanziert.
> Grießen, Evangelische Kirchengemeinde

Altarflügel
Von dem reich verzierten Flügelaltar, der zum bedeutendsten Altbestand des Märkischen Museums gehört, sind nur noch die beiden Flügel erhalten. Dieser rechte präsentiert in zwei Geschossen je drei Apostel. Auf der Rückseite sind Malereifragmente mit der Darstellung einer Verkündigungsszene zu erkennen. Das HBPG hat die Restaurierung finanziert.
> Berlin, Stiftung Stadtmuseum

Urkunden als Zeugnisse der brandenburgischen Städtegeschichte
Johann, Herr von Mecklenburg, sichert den Stendaler Bürgern, die nach Wismar Handel treiben, seinen Schutz zu (1258);
Markgrafen Otto und Conrad von Brandenburg entscheiden Streitigkeiten zwischen den armen und reichen Bürgern zu Stendal (1285);
Schutzbrief der Markgrafen Otto IV. und Konrad I. für in Stendal lebende Juden (1363);
Markgraf Ludwig der Römer verzeiht der Stadt Stendal begangene Münzvergehen (1363)
> Stendal, Stadtarchiv

Kürißsattel und Brechscheibe zu einem Küriß des Kurfürsten Joachim II. Hektor von Brandenburg (1505–1571)
Unter dem Einfluss Kaiser Maximilians I. (1459–1519) erlebten ritterliche Turniere als höfische Spiele eine Renaissance. Die bekanntesten Turnierarten waren das „Stechen“ und das „Rennen“. Dazu gehörte für die Reiter ein besonderer Harnischtyp, der Küriß. Die Pferde wurden ebenfalls mit Rüstungen ausgestattet. Das HBPG hat die Restaurierung finanziert.
> Berlin, Deutsches Historisches Museum

Corpus Doctrinae Brandenburgicum Brandenburgische Kirchenordnung von 1572
Mit Kurfürst Johann Georgs (1571–1598) Regierungsantritt gelangte die unter seinem Vater und Onkel zweigeteilte Mark Brandenburg wieder zur politischen Einheit. Als oberster Bischof seiner evangelischen Landeskirche beauftragte der Kurfürst namhafte Theologen, die alte Kircheordnung von 1540 zu revidieren und neu zu publizieren. Bereits 1572 wurde die neue Kirchenordnung in den Offizin Eichhorn in Frankfurt (Oder) gedruckt.
Das Original wurde vom HBPG mit Unterstützung des „Fördervereins des HBPG e.V.“ aus dem Kunsthandel angekauft und restauriert und wird nun in der Ausstellung präsentiert. Es wird ergänzt durch eine benutzerfreundliche und mit Erläuterungen versehene Medienversion.


 
 
 
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