Sonderausstellung 100 Jahre „Kunst ohne König“. Privates und öffentliches Sammeln in Potsdam
im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam eröffnet
Schau zum Gründungsjubiläum des Potsdam-Museums und des (zweiten) Potsdamer Kunstvereins
Vom 15. Mai bis 2. August 2009 präsentiert das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) im Kutschstall Am Neuen Markt in Potsdam die Sonderausstellung 100 Jahre „Kunst ohne König“. Privates und öffentliches Sammeln in Potsdam.
Die Schau ist ein Projekt des Potsdam-Museums und des Potsdamer Kunstvereins zu ihrem100-jährigen Gründungsjubiläum und entstand im Themenjahr der Landeshauptstadt sowie im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2009 "Freiheit. Gleichheit. Brandenburg. Demokratie und Demokratiebewegungen“.
Wie in vielen anderen Städten war auch in Potsdam in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Kunstverein entstanden, dessen Tätigkeit sich zunächst auf Ausstellungen, Vorträge und Geselligkeiten beschränkte. 1908 gründeten kunstinteressierte Bürger dann den (zweiten) Potsdamer Kunstverein, der 1909 gemeinsam mit dem Potsdamer Museumsverein die Einrichtung eines städtischen Museums durchsetzte, dessen Kunstsammlung vor allem aus den Sammlungen des Kunstvereins und seiner Mitglieder unterstützt wurde.
In der Ausstellung thematisiert das Potsdam-Museum das öffentliche Sammeln von Kunst. Repräsentative Beispiele aus den Beständen geben Auskunft über die Entstehung, die Struktur und die Entwicklung der städtischen Sammlung. Herausgehoben werden die Sammler und Kunstvereinsmitglieder, die die Anfangsjahre prägten – Paul Heiland und Fritz Rumpf sowie der Maler und Mitbegründer des Kunstvereins Heinrich Basedow d.Ä. Anhand ihres bürgerschaftlichen Engagements umreißt der Ausstellungsprolog die Gründungssituation des Potsdam-Museums vor 100 Jahren. Am Beispiel einer Italien-Reisemappe des Potsdamer Architekten Ernst Ziller von 1862 aus dem Nachlass der Potsdamer Architektenfamilie lässt sich das bürgerliche Selbstbewusstsein und der Bildungsanspruch des 19. Jahrhunderts dokumentieren. Aus der durch Ankäufe, Schenkungen und Künstlernachlässe bestimmten Museumssammlung werden die Nachlässe der Maler Hans Klohß und Otto Heinrich aus dem 20. Jahrhundert exemplarisch vorgestellt.
Der Potsdamer Kunstverein nähert sich der Geschichte des privaten Sammelns in der Stadt. Gezeigt werden 12 historische und 12 gegenwärtige Privatsammlungen.
Zu den einstigen Potsdamer Sammlern zählen u.a. der Kinderarzt Herwig Hesse, der Kunsthistoriker und Volkskundler Wilhelm Fraenger, der Bankier Herbert M. Gutmann sowie der Architekt und Bauunternehmer Sigismund Thiemann.
Während im historischen Teil der Ausstellung die Sammlungen in enger Beziehung zu den Eigentümern präsentiert werden können, bevorzugen die gegenwärtigen Sammler die Anonymität ihrer Person. Sie ziehen es vor, allein durch ihre Sammlungsprofile in Erscheinung zu treten, beispielsweise mit der Ateliermalerei des 19. Jahrhunderts, mit Dresdner Malern oder Bildhauern aus Halle, mit Plakaten, Exlibris oder keramischen Objekten.
Den Epilog der Ausstellung bestimmen gegenwärtige Fragen. Erstmals werden zwei Neuzugänge des Museums aus jüngster Zeit – Bilder von Stefan Eisermann und Bernd Krenkel – zu sehen sein, deren Übereignung der (dritte) Potsdamer Kunstverein verantwortet. Darüber hinaus plant der Verein im Rahmen der Ausstellung auch die Präsentation und Schenkung der Lithographie Tasso’s Eiche von August Haun, nach Karl Eduard Biermann (1845) – eine Jahresgabe des (ersten) Potsdamer Kunstvereins an das Potsdam-Museum, die über viele Jahre im Besitz des Potsdamer Kunstsammlers Herwig Hesse war und erst kürzlich in einem Berliner Auktionshaus erworben wurde.
Bürgerliches Kunstsammeln bildete 1909 die Voraussetzung zur Gründung des Potsdamer Museums. Die Ausstellung regt dazu an, nach heutigen Verbindungen zwischen privatem und öffentlichem Sammeln von Kunst zu suchen.
Ein Rahmenprogramm mit Führungen und Veranstaltungen begleitet die Ausstellung.
Zur Ausstellung erscheint im Juni im Lukas Verlag, Berlin, ein Katalog (Herausgegeben vom Potsdamer Kunstverein e. V. und Potsdam-Museum, ca. 230 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-86732-069-6).
Preis in der Ausstellung: 19,80 Euro, Preis im Buchhandel: 25 Euro
Besucheradresse
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9
14467 Potsdam
Öffnungszeiten
Di bis Fr 10 bis 17 Uhr, Sa/So und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr, Mo geschlossen
Eintrittspreise
Einzelticket 5 Euro, erm. 4 Euro, freitags 4 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen, Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt
Infotelefon
0331/62085-50
Die Ausstellung wird gefördert mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Energie und Wasser Potsdam GmbH.
Kulturland Brandenburg 2009 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg.
Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg
Pressekontakte
Potsdam-Museum, Dr. Jutta Götzmann
Tel: 0331/289 68 00, E-Mail: Geschichte-Museum@Rathaus.Potsdam.de
Internet:
www.potsdam.de/potsdam-museum
Potsdamer Kunstverein e.V., Andreas Hüneke und Thomas Kumlehn
Telefon/Fax: 0331/601 22 40, E-Mail: info@potsdamer-kunstverein.de
Internet:
www.potsdamer-kunstverein.de