Sonderausstellung „Mark und Metropole. Berlin-Brandenburg 1871 bis heute“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam
Brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka eröffnet zentrale Ausstellung zum Themenjahr„Provinz und Metropole | Metropole und Provinz“ von Kulturland Brandenburg
Vom 25. April bis 17. August 2008 zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) im Kutschstall Am Neuen Markt in Potsdam die Sonderausstellung „Mark und Metropole. Berlin-Brandenburg 1871 bis heute“. Die Schau ist die zentrale Ausstellung zum Themenjahr „Provinz und Metropole | Metropole und Provinz“ von Kulturland Brandenburg und entstand in Projektpartnerschaft mit der Ausstellung „Gefühlte Geschichte | 100 Jahre Märkisches Museum“ der Stiftung Stadtmuseum Berlin.
Kulturministerin Johanna Wanka: „Noch nie hat sich eine öffentliche Ausstellung so explizit auf Spurensuche nach den Beziehungen zwischen Berlin und Brandenburg seit der Reichsgründung begeben. Die Ausstellung ‚Mark und Metropole’ betreibt Aufklärung im besten Sinne und weist nach, dass diese Region von je her zusammenwächst. Die Ausstellung „Mark und Metropole“ zeichnet in einmaliger Weise - hautnah, hintergründig und mit manch erhellender Anekdote - die Ursprünge und Anfänge dieser Entwicklung nach. Dafür ist den Kuratoren, dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und den vielen Helfern herzlich zu danken. Ich bin sicher, dass die Ausstellung einen neuen Dialog zwischen Berlin und Brandenburg anstoßen kann und das Wissen und Verständnis befördert zwischen zwei scheinbar so ungleichen Welten, die am Ende mehr vereint als trennt.“
Die Ausstellung beginnt mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Berlin begann, in rasantem Tempo von der preußischen Residenzstadt zur internationalen Metropole aufzusteigen. In dieser Zeit endete die bisherige, Jahrhunderte lange klare Trennung zwischen Stadt und Land, denn die Entwicklung beider Seiten bedingte sich von nun an gegenseitig und führte zu immer engeren Verflechtungen und Abhängigkeiten.
Ausgangspunkt der Schau ist die „Erfindung der Mark“ durch Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (1862–1889), mit denen er das Image Brandenburgs prägte und die Mark beim großstädtischen Publikum populär machte. Im engen Zusammenhang damit steht die Gründungsgeschichte des 1874 entstandenen Märkischen Provinzial- Museums (später Märkisches Museum) in Berlin, sowie der wissenschaftlichen Gesellschaft für Heimatkunde „Brandenburgia“ und des „Touristenklub für die Mark Brandenburg“.
Weitere Ausstellungsbereiche illustrieren, welchen Beitrag das märkische Umland für das Wachstum und die Versorgung Berlins durch den Zuzug von Bewohnern und die Lieferungen von Nahrungsmitteln und Baustoffen leistete. Ebenso wird gezeigt, dass sich im Gegenzug auch die Metropole durch Abwanderung wohlhabender Städter und durch neue Industrieansiedlungen immer weiter in die Mark Brandenburg ausdehnte. So wuchsen aus Umlandgemeinden und Produktions-standorten nahe Berlins allmählich Städte.
Untereinander und mit Berlin waren sie zwar ökonomisch und sozial verflochten, aber noch lange durch Verwaltungsgrenzen getrennt. Ein eigenes Kapitel gehört deshalb der Entwicklung der Verwaltungspolitik im Berliner Großstadtraum. Eine verwaltungstechnische Lösung für die Metropolenregion erfolgte erst im Jahre 1920 mit der Bildung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin, womit die damals drittgrößte Stadt der Welt entstand.
Die weiteren fünf Ausstellungskapitel folgen der Chronologie von der Weimarer Republik bis zur Gegenwart. Sie machen deutlich, dass sich in diesem Zeitraum – unterstützt durch die jeweiligen politischen Strukturen – ein Denken in starken Gegensätzen zwischen Berlin und Brandenburg manifestierte.
Den Besucher erwarten rund 500 originale Exponate von 40 Leihgebern. Etwa ein Drittel der Ausstellungsstücke stellte die Stiftung Stadtmuseum Berlin zur Verfügung, weitere kommen vom Deutschen Historischen Museum, dem Deutschen Technikmuseum Berlin, verschiedenen Berliner und Brandenburgischer Heimatmuseen, Geschichtsvereinen, Archiven und von privaten Leihgebern. In einigen Ausstellungsbereichen bieten interaktive Medienstationen zusätzliche Informationen zu Fontanes Notizbüchern, zum Märkischen Museum, zum Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, zum Rundfunk Berlin-Brandenburg und zur Baustelle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg International. Zwei Hörstationen geben Kostproben brandenburgischer Dialekte sowie musikalischer Revuen der 1920er Jahre.
Führungen durch den Kurator, Andreas Bernhard, und thematische Veranstaltungen werden die Ausstellung begleiten. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitjournal (Herausgegeben von Andreas Bernhard und Hans Wilderotter im Auftrag des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, 104 Seiten mit ca. 100 Abbildungen). Es ist im Museumsshop des Kutschstalls zum Preis von 7,90 Euro erhältlich.
Pressefotos zum download unter
Presse/ Fotos
Die Ausstellung wird gefördert durch den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg und mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
Mit freundlicher Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Potsdam, der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH und der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH
Kulturland Brandenburg 2008 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg.
Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg
Medienpartner: Potsdamer Neueste Nachrichten, RBB Kulturradio
Besucheradresse
Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall Am Neuen Markt 9,14467 Potsdam
Öffnungszeiten
Di bis Fr 10–17 Uhr, Sa/So und an Feiertagen 10–18 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt
Einzelticket 5 Euro/erm. 4 Euro, freitags 4 Euro
Kombiticket (für „Mark und Metropole“ und Märkisches Museum Berlin) 7 Euro/erm. 5 Euro
Sonderpreise für Gruppen, Familien und Schulklassen
Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt
Informationen und Führungsanmeldung
Tel: 0331/62085-50, www.hbpg.de