Lange Nacht der Wissenschaften im HBPG

24.06.2017 , 17:00 Uhr Thementag Fokus: Erde HBPG

Ort: HBPG , Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam | Infotelefon: 0331.62085-50

Vorträge, Führungen & Sonderöffnung

17–24 Uhr

18 Uhr
Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung „Fokus: Erde. Von der Vermessung unserer Welt“
Vortrag
Von Humboldt zu den Swarm-Satelliten – Erforschung des Erdmagnetfelds in Potsdam
Referentin: Dr. Monika Korte
Fast lückenlos sind die Magnetfeldaufzeichnungen, die es seit dem Jahr 1890 von erdmagnetischen Observatorien in Potsdam, Seddin und heute in Niemegk gibt. Historisch geht die Einrichtung solch permanenter Messstationen an verschiedenen Orten der Erde auf Alexander von Humboldt zurück. Heute liefern Satelliten wie die ESA Mission Swarm, eine Konstellation aus drei Satelliten, fast lückenlose Beobachtungen des Magnetfelds der ganzen Welt. Der Vortrag zeigt, wie all diese und weitere Messdaten heute zur Erforschung des Erdmagnetfelds genutzt werden. Gegenstand der Forschung sind einerseits die Schutzschildwirkung des Magnetfelds gegen den Sonnenwind, das sogenannte Weltraumwetter, sowie die Möglichkeit, Rückschlüsse über Vorgänge tief im Erdinnern zu ziehen, welche einer direkten Beobachtung unzugänglich sind.
Dr. Monika Korte (Jg. 1971), Geophysikerin, Spezialgebiet Geo- und Paläomagnetismus, seit 1997 am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam tätig, 2001 bis 2002 Feodor-Lynen Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung am Scripps Institution of Oceanography, University of California San Diego, am GFZ 2003 bis 2014 Wissenschaftliche Leiterin des Adolf-Schmidt-Observatoriums für Geomagnetismus in Niemegk, jetzt Leiterin der Arbeitsgruppe “Langzeitvariationen des Erdmagnetfelds” innerhalb der Sektion 2.3, Erdmagnetfeld, seit 2015 Vizepräsidentin der Internationalen Assoziation für Geomagnetismus und Aeronomie (IAGA)

19 Uhr
Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung „Fokus: Erde. Von der Vermessung unserer Welt“
Vortrag
Vermessung der Schwerkraft der Erde mit Satelliten
Referent: Dr. Christoph Förste
Satelliten, die unseren Planeten Erde umkreisen, befinden sich im Zustand der Schwerelosigkeit. Trotzdem lassen sie sich zur Erforschung der Schwerkraft des Erdkörpers nutzen. Hochgenaue Analysen der Bahnkurven von speziellen Satellitenmissionen wie CHAMP, GRACE und GOCE ermöglichen die weltumspannende Vermessung des Gravitationsfelds der Erde in der Genauigkeit einiger Milliardstel Bruchteile der mittleren Fallbeschleunigung 9,81 m/s2. Damit lassen sich sogar zeitliche Veränderungen im Schwerefeld detektieren, verursacht z.B. durch Gletscherschmelze in den Polargebieten und Grandwasserschwankungen im Amazonas-Gebiet. Insgesamt gesehen bestimmt das Schwerefeld die Figur des Erdkörpers, der bei genaueren Hinsehen die unregelmäßige Form einer Kartoffel hat.
Dr. Christoph Förste (Jg. 1960): Physiker, seit 1988 auf dem Telegrafenberg in Potsdam beschäftigt, 1990/91 Mitarbeiter am Deutschen Geodätischen Forschungsinstitut in München, seit 1992 Mitarbeiter am GFZ, Leiter der Arbeitsgruppe „Terrestrische Gravimetrie" innerhalb der Sektion 1.2 „Globales Geomonitoring und Schwerefeld", eigenes Forschungsgebiet: Schwerefeldvermessung mit Satelliten


20 Uhr | 21 Uhr
Ausstellungsführungen
mit dem Kurator Dr. Johannes Leicht


Eintritt: Ticket zur Langen Nacht der Wissenschaften
Die Sonderausstellung ist bis 24 Uhr geöffnet.