Polnische, litauische und deutsche Lieder und Psalmen aus der Reformationszeit

19.07.2017 , 18:00 Uhr Musik Reformation HBPG Kulturland Brandenburg

Ort: HBPG , Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam | Infotelefon: 0331.62085-50

Konzert mit „The Schoole of Night“ im Rahmen der Ringvorlesung „Reformation in Brandenburg und im östlichen Europa“ (19.04.–19.07.2017) – eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH/HBPG, des Deutschen Kulturforums östliches Europa und der Universität Potsdam mit dem Filmmuseum Potsdam, der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Verein Kulturfeste im Land Brandenburg e. V.

Während in der liturgischen Kirchenmusik des Mittelalters ausschließlich lateinische Texte gesungen wurden, war es ein Anliegen der Reformation, die Gemeinde durch das gemeinsame Singen von Kirchenliedern in das Gottesdienstgeschehen einzubeziehen. Bekanntlich hat unter anderem Martin Luther selbst zahlreiche Texte für den kirchenmusikalischen Gebrauch ins Deutsche übersetzt und auch eigene Kirchenlieder gedichtet.

Die Reformation erreichte Polen-Litauen bereits in den 1520er Jahren, die Zahl der zum Protestantismus konvertierten Menschen war jedoch nie so groß, dass die Vorherrschaft der katholischen Kirche in Frage stellt worden wäre. Doch gab es zeitweilig eine weitgehend friedliche Glaubensfreiheit der unterschiedlichen Konfessionen. Möglicherweise spielte die traditionelle Koexistenz der katholischen Kirche im Westen und der orthodoxen Kirche im Osten des Landes eine positive Rolle. Obwohl die Jesuiten, die am polnischen Hof erheblichen Einfluss hatten, dagegen waren, blieben die Könige insofern tolerant, als sie zu feierlichen religiösen und staatlichen Anlässen Repräsentanten der unterschiedlichen Kirchen einbezogen. Es gab katholische Bischöfe, die das Singen von polnischen Liedern und Psalmen in den katholischen Kirchen förderten. In Wilna wurde die protestantische Kirchenmusik am Hof des litauischen Großkanzlers, des zum Calvinismus konvertierten Herzogs Mikołaj Radziwiłł gepflegt.

In dem moderierten Konzert werden u.a. Stücke aus Mikołaj Gomółkas (1535–1609) Melodiae na psałterz polski (Gesänge auf die polnischen Psalmen; 1579) neben ihren litauischen Versionen zu hören sein, außerdem protestantische Lieder von Waclaw aus Szamotuły (ca. 1520–ca. 1560) und Cyprian Bazylik (ca. 1535–ca. 1600). Die deutsche Tradition wird durch Ambrosius Lobwassers Übersetzungen aus dem Genfer Psalter vertreten.

The Schoole of Night:
Maria Skiba, Sopran
Irene Klein, Viola da Gamba
Frank Pschichholz, Renaissancelaute und künstlerische Leitung
Stefan Dedek, Posaune
Klaus Eichhorn, Orgel
Klaus Harer, Moderation 

Das Konzert ist Teil der ganzjährigen Reihe des Kulturfeste im Land Brandenburg e.V., die die Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts in den Klosterkirchen Brandenburgs zum Klingen bringt und die unterschiedlichen Bezugspunkte der Reformation mit namhaften Solisten und Ensembles erlebbar macht.

Eintritt: 5 Euro, erm. 3 Euro, für Studierende und Schüler frei
Einzelkarte/Vortrag: 5 Euro, erm. 3 Euro
Kombikarte für alle 12 Vorträge: 25 Euro
für Studierende und Schüler: frei
Tel: 0331 620 85-50

Die Ringvorlesung ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH/HBPG, des Deutschen Kulturforums östliches Europa und der Universität Potsdam mit dem Filmmuseum Potsdam, der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Verein Kulturfeste im Land Brandenburg e. V.