Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Preußen und Brandenburg

15.11.2017 , 16:30 Uhr Führung / Wanderung Reformation HBPG

Ort: HBPG , Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam | Infotelefon: 0331.62085-50

Öffentliche Ausstellungsführung mit der Kuratorin der Ausstellung Dr. Ruth Slenczka

Im Eingangsbereich empfängt den Besucher nur ein einziges Exponat: die deutsche Erstausgabe der Schrift Martin Luthers von 1520 „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Ein kleines unscheinbares Büchlein, doch mit dem Thema „Freiheit“  traf es den Nerv der Zeit und wurde zum Bestseller des Jahrhunderts. Mit neuem Selbstbewusstsein wehrten sich die Menschen gegen Einschränkungen ihrer Freiheit durch Autoritäten in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Erstmals werden die Reformationsgeschichten des Kurfürstentums Brandenburg und des Herzogtums Preußen in einer Zusammenschau erzählt. Zwei Territorien, die zwar beide von Hohenzollern regiert wurden, jedoch zu unterschiedlichen Reichen gehörten: Brandenburg zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, das Herzogtum Preußen –  525 als polnisches Lehen erster evangelischer Staat in Europa – zum Königreich Polen.

Über einhundert Leihgaben aus Museen, Archiven, Kirchen und Privatsammlungen machen anschaulich, welche Freiheit die Menschen vor 500 Jahren suchten und wie sich ihr Leben in der Reformationszeit veränderte. Kurze filmische Anekdoten und Hörsequenzen z. B. mit dem „Vaterunser“ auf Prußisch (die Sprache gibt es heute nicht mehr) oder – alle halbe Stunde – mit dem rekonstruierten Klang der historischen Wilsnacker Glocke sowie eine interaktive „Freiheitswerkstat“ ergänzen die Ausstellung.

Besondere Kostbarkeiten, die erstmals in Deutschland gezeigt werden, sind Leihgaben aus Polen, Schottland bzw. Frankreich: Zwei der einst 20 mit Silber und Gold verzierten Bände der legendären Königsberger Silberbibliothek Herzog Albrechts von Preußen, die viele Jahrzehnte als verschollen galt, außerdem die einzige überlieferte Handzeichnung  Lucas Cranachs d. Ä. von Martin Luther, die zur Vorlage für alle späteren Luthergemälde aus der Cranach-Werkstatt wurde sowie eine erst 2015 im Elsass entdeckte lateinische Erstausgabe der Freiheitsschrift mit handschriftlichen Anmerkungen Luthers.

Dauer: ca. 50 Minuten
Eintritt: 4 Euro zzgl. Ticket 7 Euro, erm. 5 Euro
Anmeldung empfohlen
Tel: 0331 62085-50 | kasse[at]gesellschaft-kultur-geschichte.de