Beiderseits der Oder:

Geschichtsraum / Grenzraum / Begegnungsraum

7. September 2018 bis 20. Januar 2019

Eine szenische Ausstellung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Potsdam

Immer freitags bieten wir Ihnen:

  • ermäßigten Eintritt von 3 Euro  zur Ausstellung sowie
  • kostenfreie, kurze Einführungen in die Ausstellung durch den Kurator/die Kuratorin  (11 Uhr und 14 Uhr).
    » Aus Krankheitsgründen müssen die Einführungen in der Zeit vom 21.12.2018 bis 04.01.2019 leider ausfallen.

Außerdem haben wir öffentliche Ausstellungsführungen durch die Kuratorin am 20.10., 17.11., 08.12.2018 und 20.01.2019 in das Begleitprogramm zur Ausstellung genommen.

Begleitprogramm (Download) »

Immer wieder müssen Menschen aufgrund von Kriegen oder Konflikten den Ort aufgeben, mit dem sie verwurzelt sind. Sind unsere Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern auch geflüchtet, weggegangen oder vertrieben worden? Wenn ja, warum? Was mussten sie erleben? Wohin hat es sie verschlagen?
Wenn wir unsere Heimat verlieren, gehen wir dann auch verloren? Woran halten wir fest? Was gibt uns Halt?

Angesichts aktueller Diskussionen um eine europäische Haltung zu Flucht und Vertreibung versucht die Ausstellung, Antworten darauf zu finden, wie aus der Fremde eine Heimat wird, und wie dort neue kulturelle Identitäten entstehen.

„Beiderseits der Oder“ ist keine klassische Ausstellung, sondern eine dokumentarisch-künstlerische Rauminszenierung. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die beiderseits des Grenzflusses Oder in einer Region leben, die zu zwei Staaten gehört: als Ziemia Lubuska zur Republik Polen und als Märkisch Oderland in Brandenburg zur Bundesrepublik Deutschland. In einer Region, die heute beispielhaft für die europäische Erinnerungsgeschichte ist.

Zur Vorbereitung der Ausstellung ging 2018 ein Team des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum der Technischen Universität Berlin auf Spurensuche beiderseits der Oder. Sie trafen Menschen aus Polen und Deutschland, deren Lebens- und Familiengeschichten geprägt sind durch Flucht, Vertreibung oder Umsiedlung während des Zweiten Weltkriegs bzw. nach der Spaltung Europas in der Nachkriegszeit. Die Gesprächspartner berichteten, wie die Heimat der Vorfahren nur in familiären Erinnerungen weiter besteht, wie das neue Zuhause als Ort des Geborgenseins gelebt wird, und wie sie sich dem gemeinsamen kulturellen Erbe und damit auch den Nachbarn jenseits der Oder öffnen.

Mit dem vor Ort zusammengetragenen Material gestalteten die Studierenden aus Deutschland, Italien, Thailand und Weißrussland unter Leitung von Prof. Kerstin Laube eine experimentelle, mediale Szenografie für die Ausstellung. Ergänzendes Interviewmaterial steuerte der Schauspieler, Filmemacher und Theaterregisseur Tobias Lenel bei, der 2013/14 mit polnischen und deutschen Schülern auf Recherchereise entlang der Oder unterwegs war.

Die Komposition aus historischen und aktuellen Bildern, Audio- und Videosequenzen sowie die speziell für die Ausstellung geschaffenen künstlerischen Installationen nehmen den Besucher mit auf eine assoziative Reise durch die Welt beiderseits der Oder. Die subjektiven Erinnerungen von Zeitzeugen und Nachgeborenen bleiben unkommentiert, zugleich wird der historische Hintergrund durch Karten, Bilder und Texte anschaulich gemacht.

Die Ausstellung entstand in Partnerschaft mit dem Muzeum Ziemi Lubuskiej (Museum des Lebuser Landes) in Zielona Góra, dem Muzeum Lubuskie im. Jana Dekerta (Lebuser Museum Jan Deckert) in Gorzów Wielkopolski, dem Gubiński Dom Kultury (Gubiner Kulturhaus), Oderläufe e. V. und dem Bildungs- und Begegnungszentrum Schloß Trebnitz e. V. sowie mit freundlicher Beratung des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften/Centrum Badań Historycznych Polskiej Akademii Nauk w Berlinie.

Ein illustriertes Informationsblatt führt die Besucher zu den Orten der Recherchereise und durch die Ausstellung, stellt die Gesprächspartner vor und gibt Auskunft zu den Videos und Bildern.

Kuratoren der Ausstellung

Julia Bork und Thomas Wernicke (HBPG)

Kooperationspartner

Masterstudiengang Bühnenbild_Szenischer Raum der Technischen Universität Berlin
Ausstellungsszenografie: Svenja Stannat und Suriya Poieam
Projektleitung/Mentorin: Prof. Kerstin Laube
Co-Mentor Video: Heiko Kalmbach
Koordinatorin: Maria Dannecker
Projektteilnehmer/innen: Mara Barnabò, Anja Dietz, Katsiaryna Filist, Julius Kirchner, Suriya Poieam, Svenja Stannat, Lena Tiffert, Greta Wolf-Rosenbaum

www.tu-buehnenbild.de

„Beiderseits der Oder" ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 SHARING HERITAGE und ein Projekt im Rahmen des Themenjahres von Kulturland Brandenburg „wir erben. Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa".

Die Ausstellung wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kulturland Brandenburg wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen und der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Donnerstag 10–17 Uhr
Freitag bis Sonntag
und an Feiertagen 10–18 Uhr
Montag geschlossen

Heiligabend geschlossen
Silvester 10–16 Uhr
Neujahrstag geschlossen

Eintritt

Eintritt: 5 Euro, erm. 3 Euro
freitags 3 Euro für alle

Freitag, 28.09.2018: freier Eintritt für alle (gilt auch im Filmmuseum, Potsdam Museum und Naturkundemuseum)

bis 18 Jahre und für ALG II-Empfänger: frei
Sonderkonditionen für Gruppen, Schulklassen, Familien und für Kombikarten

Weitere Tickets und Anfahrt »

Kasse und Informationen

Tel.: +49 331 620 85-50
kasse[at]gesellschaft-kultur-geschichte.de

Downloads