Pressemeldung des HBPG

Unbestimmte Erscheinungen

21.10.2019

Eine Fontane-Ausstellung von Ingar Krauss und Christiane Wartenberg im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte eröffnet neue Ausstellung zum Jubiläumsjahr fontane.200
UNBESTIMMTE ERSCHEINUNGEN. Nach Fontanes »Vor dem Sturm«
Fotografien von Ingar Krauss, Grafiken und Objekte von Christiane Wartenberg

Laufzeit: 25. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020

Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18 Uhr
mit einer Leseperformance von Luca Lehnert, Johanna Polley und Christopher Reinhardt
Eintritt frei

Alle Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zur Eröffnung eingeladen.

Ausstellung „Unbestimmte Erscheinungen“
Die Bildhauerin und Objektkünstlerin Christiane Wartenberg und der Fotograf Ingar Krauss leben und arbeiten im Oderbruch. Dort spielt auch Fontanes erster Roman »Vor dem Sturm« (1878), ein Portrait der preußischen Gesellschaft zur Zeit der Befreiungskriege.
Wartenberg und Krauss nahmen die erstaunlich aktuellen Motive des Werks zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten. Im Dialog mit dem Roman und angeregt durch das bildhafte Vokabular Fontanes entstanden assoziative Grafiken, Wortbilder, Objekte, Künstlerbücher und Fotografien, die einen ungewöhnlichen Blick auf die Geschichte Brandenburgs ermöglichen und dazu einladen, seine Landschaften zu erkunden.
Gast in der Ausstellung ist Steffen Thiemann. Er begibt sich auf den „Holzschnittweg“ durch den Roman, um die mehr oder weniger unbestimmten Erscheinungen der dort auftretenden Personen in Portraits festzuhalten.

Christiane Wartenberg wurde 1948 in Magdeburg geboren. Seit ihrem Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin-Weißensee (1969 bis 1974) arbeitet sie als freischaffende Künstlerin. Ausstellungen führten sie neben Berlin unter anderem nach Mexiko-City, Damaskus, Budapest, Tel Aviv, Warschau, Stuttgart, Aachen, Essen und Münster.
Sie ist Gestalterin und Herausgeberin von Künstlerbüchern zum Oderbruch. Dieser Lebensraum steht auch im Mittelpunkt der von ihr jährlich organisierten, interdisziplinären Ausstellungsprojekte auf ihrem Gehöft. Christiane Wartenbergs sublime Wortbilder an der Schnittstelle zwischen Linie, Zeichen und Schriftbild sind von spröder visueller Poesie. Sie zeichnet und radiert Texte – flüchtig, kratzig und sperrig.

Ingar Krauss wurde 1965 in Ost-Berlin geboren und kam Mitte der 1990er Jahre als Autodidakt zur Fotografie. Seitdem war er an zahlreichen internationalen Ausstellungen beteiligt, wie in der Hayward Gallery, London; dem Musée de l’Elysée, Lausanne; dem Palazzo Vecchio, Florenz, und dem ICP in New York. Einzelausstellungen seiner Arbeiten gab es im Goethe-Institut Paris, dem Velan Center Turin, in der Kunsthalle Erfurt und der Guardini Stiftung Berlin. Veröffentlichungen u. a. bei Hatje Cantz, Thames & Hudson, Mondadori Electa, Kerber, Skira Editore und Hartmann Books.
Seine atmosphärisch dichten Fotografien zum Oderbruch sprechen beständig vom Genius Loci und entfalten eine ganz eigene, poetische Wirklichkeit, die weit über das jeweilige Motiv hinausweist. Was Krauss’ Bilder so beeindruckend macht, ist die Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit von Zeit.

Steffen Thiemann wurde 1966 in Cottbus geboren. Er ist Autor des Henschel-Theaterverlags und schreibt Hörspiele, Libretti, Theaterstücke, Kurzprosa und Gedichte. Es gab zahlreiche Veröffentlichungen und Aufführungen seiner Werke, u. a. im NDR, RBB, MDR, Deutschlandfunk und in der Jungen Oper Berlin. Außerdem fertigt Thiemann Holz- und Linolschnitte zu literarischen Themen, zuletzt 2017 für die Akademie der Künste Berlin die Graphic Novel „Mord im Fahrstuhlschacht“ nach einer unveröffentlichten Kriminalgeschichte von Bertolt Brecht und Walter Benjamin.
“Steffen Thiemann versteht sich als Theater- und Hörspielautor aufs Montieren von Szenen und Texten. Aber er ist auch ein guter Holzschneider, der sich auf den expressionistischen Stil der zwanziger Jahre bezieht, auf Masereel, Kirchner, Heckel, auch Grosz.” Andreas Platthaus, FAZ

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Begleitveranstaltung
Mittwoch, 4. Dezember 2019, 19 Uhr
Fontane im Advent | Lesung und Gespräch
Die Schauspielerin Jutta Wachowiak liest aus »Vor dem Sturm«

Weihnachten 1812 bei der Familie von Vitzewitz in Dorf und Schloss Hohen-Vietz im Oderbruch ist nur eine von vielen winterlichen Szenen in Fontanes Roman, denen sich Jutta Wachowiak an diesem Abend (in der Texteinrichtung von Gerhard Ahrens) widmet. Im anschließenden Gespräch mit der Kulturjournalistin Claudia Henne berichtet sie von ihren persönlichen Erfahrungen mit Fontanes Texten.
Jutta Wachowiak, Schauspielerin, 1940 in Berlin geboren, lebt in Potsdam, gehörte von 1970 bis 2005 zum Ensemble des Deutschen Theaters Berlin. Sie hatte danach Engagements in Essen und Bochum und seit 2012 wieder am Deutschen Theater, und sie spielte zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen.

Eintritt: 3 € | Vorbestellungen sind unter 0331 - 620 85 50 möglich.
Die Ausstellung UNBESTIMMTE ERSCHEINUNGEN ist an diesem Abend bis 19 Uhr geöffnet.

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