Pressemeldung des HBPG

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam zeigt große Sonderausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Brandenburg und Preußen“ (8. September 2017 bis 21. Januar 2018)

07.09.2017

Eröffnung heute im Rahmen des offiziellen Festaktes des Landes Brandenburg, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und des HBPG zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“

Heute wird die Sonderausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Brandenburg und Preußen“ des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) im Rahmen des offiziellen Festaktes des Landes Brandenburg, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und des HBPG zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“ eröffnet.
Die Schau wird vom 8. September 2017 bis 21. Januar 2018 präsentiert und ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres von Kulturland Brandenburg 2017 „Wort und Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg“.

Freiheit im Zentrum der Reformation. Ausgangspunkt der Ausstellung ist der Begriff der Freiheit, den Martin Luther mit seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ im Jahr 1520 in das Zentrum der Reformation gestellt hat. Diese Schrift beginnt mit der vieldeutigen These: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Das kleine Büchlein elektrisierte seine Zeitgenossen und entfaltete Wirkungen weit über den religiösen Bereich hinaus. Mit neuem Selbstbewußtsein entzogen sich Fürsten, Bürger und Gelehrte, aber auch einfache Bauern dem Allmachtsanspruch kirchlicher wie weltlicher Obrigkeiten und beriefen sich dabei auf Luther, für den allein die Bibel Autorität über das Gewissen eines Christen besaß.

„Reformation und Freiheit“ erzählt die Wirkungsgeschichte des Lutherschen Freiheitsverständnisses in Brandenburg und Preußen am Beginn der Neuzeit. Erstmals nimmt damit eine Ausstellung Territorien in den Blick, die zwar beide von Hohenzollern regiert wurden, aber zu verschiedenen politischen Reichen gehörten (dem römisch-deutschen bzw. polnisch-litauischen) und nicht zuletzt deshalb ganz unterschiedliche Reformationsgeschichten hatten.

Wie die Menschen da und dort reformatorische Freiheit erfahren, gedeutet und gelebt haben, wird in fünf großen Kapiteln anhand vielfältiger Objekte erzählt, von denen fünf Schlüsselfunktion haben: Ein Gemälde des 16. Jahrhunderts aus der Berliner Nikolaikirche veranschaulicht, was Luther unter „Freiheit“ verstand. Ein „Gemeiner Kasten“ aus Havelberg erschließt, wie Kirche frei vom Papst von Laien organisiert wurde. Luthers Brief an den Fehdeführer Hans Kohlhase, dem Heinrich von Kleist zu Berühmtheit verholfen hat, steht für die politischen Wirkungen des Freiheitsverständnisses der Reformation. Ein Band aus der preußischen Silberbibliothek macht anschaulich, welchen Rang der Glauben im Selbstverständnis der Fürsten einnahm. Und ein Kupferkessel, in dem Hostien verbrannt wurden, zeigt, dass die eigene religiöse Freiheit auch mit fragwürdigen Mitteln durchgesetzt wurde.

Die Schau versammelt rund 100 Exponate aus Museen, Archiven, Kirchen und Privatsammlungen in Deutschland, Polen, Frankreich und Schottland. Medienstationen bereichern die Ausstellung. So werden unbekannte brandenburgische Reformationsgeschichten mit animierten Kurzfilmen auf unkonventionelle Weise erzählt, oder – gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und entstanden in Kooperation mit dem Museum Festung Küstrin – die Festungsstadt Küstrin und ihr evangelischer Bauherr Hans von Küstrin vorgestellt. Hörstationen geben fiktive Streitgespräche, das „Vaterunser“ in den preußischen und brandenburgischen Landessprachen sowie den rekonstruierten Klang der historischen Wilsnacker Glocke wieder.

Highlights

Dank der Zusammenarbeit mit polnischen Partnern können zwei Bände aus der kostbaren Silberbibliothek Herzog Albrechts von Preußen als weltweit einzigartige Zeugnisse der Renaissancekultur präsentiert werden. Alle der einst 20 Bände mit reformatorischen Hauptwerken waren in silbernen, mit feinen Goldschmiedearbeiten verzierten Einbänden gefasst und damit quasi zum Staatsschatz erhoben, was im Europa des 16. Jahrhunderts absolut einmalig blieb.
Präsentiert wird auch die aus schottischem Privatbesitz stammende, einzige überlieferte Handzeichnung, die Lucas Cranach d. Ä. von Martin Luther anfertigte, sowie die vor kurzem in einer Humanistenbibliothek im Elsass aufgetauchte und als Sensationsfund gewertete lateinische Erstausgabe der Freiheitsschrift mit 50 handschriftlichen Anmerkungen Luthers. Der Baseler Nachdruck von 1521, in den diese Anmerkungen nahezu wörtlich eingegangen sind, ist ebenfalls ausgestellt.

Eine interaktive „Freiheitswerkstatt" beschließt die Ausstellung. Sie bietet den Besuchern Raum und Anregungen, sich mit der Frage nach der Wirkung und Aktualität von Luthers Freiheitsideen heute auseinanderzusetzen.

Mehr Infos zur Ausstellung »

 

Texthandbücher in Englisch und in Polnisch

Für englisch- und polnischsprachige Besucher stehen entsprechende Texthandbücher zur Verfügung, mit denen sie sich die Ausstellung erschließen können.

Audioguides

Deutschsprachigen Besuchern stehen Audioguides für Erwachsene und für Kinder zur Verfügung.

Publikationen

Ausstellungskatalog
Michael Imhof Verlag 2017, ISBN 978-3-7319-0426-7 | im Buchhandel: 29,95 Euro, im Museumsshop: 22 Euro

Publikation zur preußischen Silberbibliothek
(ermöglicht durch die Förderung der Ernst von Siemens Stiftung)
Michael Imhof Verlag 2017, ISBN 978-3-7319-0556-1 | im Buchhandel: 14,95 Euro, im Museumsshop: 10 Euro

kommentierte Edition der Luther-Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“
Mohr und Siebeck 2017, ISBN 978-3-8252-4884-0 | im Buchhandel: 9,99 Euro, im Museumsshop: 9,99 Euro

Veranstaltungsprogramm

Überblicks- und thematische Führungen, Experten-Vortragsreihe, Gespräche, Theater, Film, Lesung, Musik, Exkursionen mit der URANIA Potsdam
Veranstaltungskalender online »

Vermittlungsprogramm (für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren)

buchbare Gruppenführungen, geführte Erkundungen, Workshops, Herbstferienangebot für Hortgruppen, „Spezial 60 plus“ spezielle Formate
Vermittlungsprogramm und Anmeldeformulare online: www.hbpg.de >>> Vermittlung

Online-Unterrichtsmaterialien (nutzbar während und nach der Laufzeit der Ausstellung)

13 Angebote, nach Klassenstufe und Schulfach geordnet
Redaktion: Arbeitsgruppe Amt für kirchliche Dienste in der EKBO/Evangelische Hochschule Berlin/HBPG; Team Prof. Dr. Monika Fenn, Geschichtsdidaktik, Universität Potsdam
zum freien Download: www.hbpg.de/ruf-unterrichtsmaterialien.html

Pressefotos zur Ausstellung »

Sonderausstellung

Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Brandenburg und Preußen
8. September 2017 bis 21. Januar 2018

Besucheradresse

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam
Das Haus ist rollstuhlgerecht ausgestattet.

Öffnungszeiten

Di bis Do 10–17 Uhr | Fr bis So und feiertags 10–18 Uhr  
Heiligabend geschlossen | Silvester 10-16 Uhr | Neujahrstag 13–18 Uhr

Eintritt zur Ausstellung

7 Euro, ermäßigt 5 Euro | freitags 5 Euro
bis 18 Jahre und für Inhaber des Mobilitätstickets: frei
Audioguide: 2 Euro

Informationen | Kasse

Tel: 0331 620 85-50 | kasse[at]gesellschaft-kultur-geschichte.de

Anmeldung und Buchung für Gruppen

Tel: 0331 620 85-55 | besucherservice[at]gesellschaft-kultur-geschichte.de

Schirmherrschaft

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Auswärtigen Sigmar Gabriel.

Die Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres von Kulturland Brandenburg 2017
„Wort und Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg“.
Kulturland Brandenburg 2017 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg.
Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen und der Investitionsbank des Landes Brandenburg

Förderer

Die Ausstellung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
weitere Förderer Ausstellung und Begleitprogramm
Amt für kirchliche Dienste in der EKBO | Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung | Deutsche Stiftung Denkmalschutz | Ernst von Siemens Kunststiftung | Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz | Evangelische Schulstiftung | F. C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz | Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. | Freunde des HBPG e. V. | Hoffbauer-Stiftung Kulturstiftung der Länder | Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse | Otto Group |Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Kooperationspartner Begleitprogramm

Amt für kirchliche Dienste in der EKBO | Brandenburgische Historische Kommission e. V.
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege | Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung  Deutsches Kulturforum östliches Europa e. V. | Einstein Forum | Evangelische Akademie Berlin | Evangelische Hochschule Berlin | Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz | Evangelische Schule Frohnau |Evangelische St. Nikolaikirche Potsdam | Filmmuseum Potsdam – Institut der Filmuniversität KONRAD WOLF | Freie Universität Berlin (Lehrstuhl Prof. Dr. Daniela Hacke, Geschichte der Frühen Neuzeit) | Humboldt-Universität Berlin (Theologische Fakultät) | Kleist-Museum Frankfurt (Oder) | Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.
Kulturfeste im Land Brandenburg e. V. | Kulturland Brandenburg | Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V. | Landtag Brandenburg | Museum Festung Küstrin, Kostrzyn | Reformationsausstellung Frankfurt (Oder) | Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) | Staatstheater Cottbus | Universität Potsdam | Universitätsbibliothek in Thorn, Toruń | Urania „Wilhelm Foerster“ Potsdam e. V. | Verein für Brandenburgische Kirchengeschichte e. V. | Volkshochschule Potsdam