Pressemeldung des HBPG

www.heimatkunde-brandenburg.de

01.03.2018

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte ging heute mit seiner ersten digitalen Ausstellung „Heimatkunde: Flucht – Migration – Integration in Brandenburg“ online

„Ich wünsche mir, dass sie sagen: ‚Luckau wird unsere neue Heimat‘… Der Schlüssel für die Integration liegt in den Kommunen.“
Gerald Lehmann, Bürgermeister der Stadt Luckau

Heute ging das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam mit seiner ersten digitalen Ausstellung unter der Adresse https://www.heimatkunde-brandenburg.de online.
„Heimatkunde: Flucht – Migration – Integration in Brandenburg“ widmet sich ganz konkret dem Prozess der Integration von nach Deutschland Geflüchteten und Migrant*innen, der sich im Flächenland Brandenburg vornehmlich dezentral, in mittleren und kleinen Städten sowie in Dörfern vollzieht. Anders als in der Metropolenregion Berlin verändern sich hier unmittelbar die lokalen Strukturen und Nachbarschaftskulturen. Aber was genau verändert sich wie? Welche Herausforderungen entstehen und welche Chancen eröffnen sich – sowohl für die Geflüchteten und Migrant*innen als auch für die aufnehmenden Orte und ihre Bewohner*innen – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in den berlinfernen Regionen? Können sich aus Migration neue Perspektiven für die Entwicklung ländlicher Räume entwickeln?

Ein Projektteam des HBPG recherchierte dazu 2017 in verschiedenen brandenburgischen Kommunen und arbeitete dabei eng mit lokalen Politikern, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Willkommens-Initiativen vor Ort zusammen. Entstanden ist eine Dokumentation aus Interviews, Fotos, Videos und Kurztexten, die persönliche Geschichten vor allem jugendlicher Geflüchteter wie auch eingesessener Bewohner erzählt. Von den Geflüchteten aus unterschiedlichen Ländern, die seit 2015 im Land Brandenburg Aufnahme fanden, ist zu erfahren: Wie geht es ihnen in Brandenburg, wie haben sie sich und wie wurden sie integriert? Und von Brandenburgern: Wie erleben sie die Zugewanderten im alltäglichen Zusammensein – vielleicht auch mit aufkommenden Familienerinnerungen an eigenes Fremdsein nach Flucht und Vertreibung? Historische Exkurse zur Migration in Brandenburg-Preußen ergänzen die Sicht auf die Gegenwart und die Zukunft einer europäischen Region, die schon seit Jahrhunderten wirtschaftlich, sozial und kulturell stets durch Zuwanderung verändert und geprägt wurde.
In die dreisprachige (deutsch, englisch, arabisch) digitale Ausstellung ist auch ein Instagram Account eingebunden: https://www.instagram.com/heimatkunde.brandenburg/

Dort erzählen Menschen unterschiedlicher Herkunft, die in Brandenburg leben, was Heimat für sie bedeutet.
Die Dokumentation entstand in enger Zusammenarbeit mit drei geflüchteten jungen Männern aus Syrien, von denen einer auch hinter der Kamera stand. Somit ist „Heimatkunde“ auch ein qualifizierendes Projekt, das aktiv zur Integration beigetragen hat.

Dr. Kurt Winkler: „Mit dem Projekt betritt unser Haus Neuland: Erstmals realisierten wir eine Ausstellung im digitalen Format und arbeiteten dabei mit jungen Menschen zusammen, die vor Krieg und Verfolgung in Syrien geflüchtet sind. Ihre Erzählungen über ihre neue Heimat ermöglichten auch für uns Ausstellungsmacher neue Sichtweisen auf Brandenburg.“

Dr. Doris Lemmermeier: „Kultur kann einen wichtigen Beitrag zur Integration leisten. Ich bin froh, dass das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur gemeinsam mit dem Bündnis für Brandenburg Mittel für ambitionierte Kulturprojekte wie dieses bereit gestellt hat. Als Jurymitglied hat mich dieses Projekt von Anfang an besonders überzeugt.“

Susanne Krause-Hinrichs: „Unsere moderne Gesellschaft ist ein Produkt aus Migration. Die Ausstellung zeigt, dass Zuwanderung vor allem ein Gewinn ist und auch schon immer war. Ich freue mich, dass die neuen Online- und Social Media Formate der Ausstellung auch besonders junge Menschen erreichen werden.“

Projektpartner und Förderer
Die digitale Ausstellung ist ein Projekt des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Kooperation mit der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg Dr. Doris Lemmermeier und der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.
Das Projekt wurde gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.
Mit freundlicher Unterstützung der Competence Center für Digitale Medien GmbH, Potsdam

Ein orientalischer Lebensmittelladen in Großräschen, Landkreis Dahme-Spreewald / Foto: Abdulsalam Ajaj, 2017 ©BKG/HBPG