Landpartie: Der „rote Bankier“ Hugo Simon und sein Mustergut in Seelow/Oderbruch

03.04.2019 , 18:00 Uhr HBPGLiteratur / LesungVortrag / Gespräch

Ort: HBPG , Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam | Infotelefon: 0331.62085-50

Vortrag und Buchvorstellung

Dr. Anna-Dorothea Ludewig, Universität Regensburg / Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam
Einführung: Dr. Kurt Winkler, Direktor des HBPG

Der Bankier, Politiker, Landwirt, Kunstsammler und Mäzen Hugo Simon (1880–1950) war eine der Schlüsselfiguren im Berliner Leben der Weimarer Republik. Während des Ersten Weltkriegs zählte er zu den wenigen Unterstützern der Friedensbewegung und der deutsch-französischen Verständigung. 1918 amtierte Hugo Simon für kurze Zeit als Finanzminister (USPD) im Preußischen Revolutionskabinett und ging damit als „roter Bankier“ in die Geschichte dieser Umbruchzeit ein. 1933 musste Hugo Simon nach Paris und 1941 unter falschem Namen weiter nach Brasilien fliehen. Dort starb er 1950.
Bereits 1919 erwarb Hugo Simon das so genannte Schweizerhaus in Seelow im Oderbruch und entwickelte es in den folgenden Jahren zu einem Mustergut mit den Schwerpunkten Geflügelzucht und Obstanbau. Gleichzeitig verwirklichte er dort eine einzigartige Mischung von Landwirtschaft und Kultur, deren Spuren heute noch sichtbar sind. Mit Seelow hatte Hugo Simon einen Ort geschaffen, der Stadt und Land, Tradition und Moderne in einen fruchtbaren Dialog brachte. Ihn wieder aufzunehmen, lohnt heute besonders.

Eintritt: 3 Euro

 

Buchcover (Detail)