Zu Hause an der Oder. Heimatsuche im Land der Migranten

12.12.2018 , 18:00 Uhr Vortrag / Gespräch HBPG

Ort: HBPG , Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam | Infotelefon: 0331.62085-50

Vortrag

Univ.-Prof. Dr. Beata Halicka, Universität in Poznań

Der Oderraum ist eine Region, die vom Zweiten Weltkrieg und von erzwungenen Migrationen besonders stark betroffen wurde. Östlich der Oder und Neiße mussten die meisten Deutschen ihre Heimat verlassen. An ihre Stelle trat die polnische Bevölkerung, die zum großen Teil ebenso aus Flüchtlingen und Vertriebenen bestand. Der Prozess der kulturellen Aneignung der Region vollzog sich auf unterschiedlichen Wegen. Sinnlose Zerstörung und Tilgung des Vorgefundenen gingen oft einher mit dem Wiederaufbau des im Krieg Zerstörten sowie mit einem mühsamen Neuanfang, der auch die mitgebrachten Traditionen bewahren wollte. Nach turbulenten Nachkriegsjahren, die oft als die Zeit von „Polens Wildem Westen“ bezeichnet wird, stabilisierte sich die Lage allmählich. Es dauerte jedoch noch etwa drei Generationen, bis sich die neuen Bewohner der Region an der Oder zu Hause fühlen konnten. Was waren die Gründe dafür? Warum wird der Oderraum als „Land der Migranten“ bezeichnet? Was ist heute noch von „Polens Wildem Westen“ übrig? Und: unterscheiden sich die heutigen Bewohner der Westgebiete von den anderen Teilen der polnischen Gesellschaft?

Beata Halicka ist Professorin im Institute for Eastern Studies der Historischen Fakultät der Adam Mickiewicz Universität in Poznań. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: erzwungene Migrationen, Nationalismus, polnische Diaspora, deutsch-polnische Beziehungen, Identitätsfragen in Grenzgebieten sowie Erinnerungskultur und -politik. Für das Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraums 1945-48“ erhielt sie den Identitas Preis für das beste historische Buch in Polen.
http://beatahalicka.pl

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro