WARUM EIGENTLICH FONTANE?

Literatur visualisieren und vermitteln

12. Juli bis 29. September 2019

Jedes Jahr werden Jubiläen öffentlich gefeiert und sind Themen von Kulturprojekten. Doch immer öfter gehen diese Jahrestage insbesondere an jungen Leuten völlig vorbei. Was also anfangen mit Theodor Fontane anlässlich seines 200. Geburtstags? Ist er für die junge Generation noch lesenswert, und ist seine Welt heute noch interessant?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich zwei Semester lang Studierende und Lehrende des Studiengangs Kulturarbeit und des Fachbereichs Design der Fachhochschule Potsdam. Als Antwort gestalteten sie eine komplette Ausstellung mit dem Titel »Warum eigentlich Fontane? Literatur visualisieren und vermitteln«. Sie ist eine ästhetische Annäherung an das Werk des Autors aus dem 19. Jahrhundert und präsentiert zeitgemäße Vermittlungsformate, die nicht nur die junge Generation ansprechen.

Die insgesamt 31 jungen Leute investierten viel Arbeit und Engagement, und die Ergebnisse können sich sehen lassen: es entstanden Fotoserien, Video- und Audioformate, Installationen, Designobjekte und Spiele, die zum Ausprobieren und Mitmachen einladen. Die studentischen Arbeiten stellen drei konkrete Fragen an das Werk Theodor Fontanes: Wie hat sich das LESEN verändert, und welche Vermittlungsformate sprechen heute auch junge Leute an? Wie stellt Fontane Rollenbilder und zwischenmenschliche BEZIEHUNGEN dar, und wo werden Kontinuitäten bis in die heutige Zeit sichtbar? Welche Bedeutung hat HEIMAT bei Fontane?

Die Besucher/-innen erwarten unter anderem Aufkleber mit zusammengewürfelten Fontane-Zitaten, fiktive Kontaktanzeigen von Protagonisten aus Fontanes Romanen, ein Effi-Briest-Memory-Spiel, Reflexionen über die Frauenfiguren bei Fontane, Anregungen zum Wandern im Format eines Drift (Audiospaziergang) sowie neue, mit aktuellen Motiven gestaltete Umschläge für die schmucklosen Reclam-Fontane-Ausgaben.

Geleitet wurde das interdisziplinäre Projekt von FHP-Professor/-innen aus den Gebieten Kulturvermittlung, Fotografie, Redaktionelle Gestaltung und Informationsvisualisierung, die gemeinsam neue Wege in der forschenden Lehre beschreiten:

  • Prof. Nicola Lepp, Kultur und Vermittlung
  • Prof. Franziska Morlok, Redaktionelle Gestaltung
  • Michael Annoff, Kultur und Vermittlung
  • Prof. Wiebke Loeper, Fotografie
  • Prof. Marian Dörk, Informationsvisualisierung

Die Ausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres »fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019«. Kulturland Brandenburg 2019 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg. Mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen. Mit freundlicher Unterstützung der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

Führungen und Drifts (Audiospaziergänge) begleiten die Werkstatt-Ausstellung.

Führungen durch die Ausstellung finden am So., 1. September, um 17.00 Uhr, und am Sonntag, 8. September, um 16.00 Uhr, statt.

Driften Sie mit!

So. 18. August, So. 22. September und So. 29. September / jeweils 16.00 Uhr

Driften ist ein gemeinsamer Akt, sich ziellos wandernd öffentliche Räume zu erschließen. Ausgangspunkt ist das Foyer des HBPG. Die Mitglieder der Gruppe hören synchron einen Soundtrack und führen einander.
Das Erkunden der Umgebung kann ein Gefühl von Heimat schaffen. Heimat, so eine mögliche These, ist ein Prozess der Aneignung der Umgebung, der die ständige Veränderung anerkennt.
Ein Projekt von Rebekka Rinner, Amelie Lill, Aurélie Karadjov.

Die Drifts finden unter Leitung von Carmen Scheuring (FH Potsdam) statt.
Treffpunkt ist im Foyer des HBPG.
Anmeldung an der Kasse des HBPG oder unter kasse[at]gesellschaft-kultur-geschichte.de erbeten.

EINTRITT FREI